Ökodesign-Verordnung - EG-Verordnung Nr. 278/2009
 
 
zur Festlegung der Anforderungen an die Leistungsaufnahme externer Netzteile bei Nulllast sowie an die Effizienz im Betrieb.
 
Die Verordnung tritt am 27. April 2010 in Kraft.
 
 
Ziele
 
  • Senkung des Energieverbrauchs über die Lebensdauer und des Stromverbrauchs in der Nutzungsphase
  • Verbesserung der Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit der betroffenen Produkte ohne übermäßig hohe Kosten
  • Verringerung der Gesamtausgaben für die Anschaffung und den Betrieb dieser Geräte
  • Gemeinschaftsweite Harmonisierung und Beitrag zum Funktionieren des Binnenmarktes

  • Was wird geregelt?


    In dieser Verordnung werden für externe Netzteile neue Anforderungen an die Leistungsaufnahme bei Nulllast sowie die Effizienz im Betrieb festgelegt. Betroffen sein werden von der neuen Verordnung alle Geräte, die über ein mitgeliefertes externes Netzteil verfügen. Neben PCs und sonstiger Hardware ist hier vor allem an solche Geräte zu denken, die über eine interne Stromquelle (= Akku) verfügen, welche via externem Netzteil direkt im Gerät aufgeladen wird. Zu nennen wären hier vor allem Mobiltelefone, Notebooks, mp3-Player und Digitalkameras.

    Sie gilt nur für externe Netzteile, die folgende Kriterien erfüllen:
     
  • Umwandlung von Wechselstrom (AC) zu Wechselstrom oder Gleichstrom (AC/DC) niedrigerer Spannung, wobei nur die Abgabe jeweils einer Spannung möglich ist;
  • Bestimmung zum Betrieb eines separaten Gerätes (= Primärverbraucher), und zwar eines Haushalts- oder Bürogerätes gem. Art. 2 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1275/2008;
  • Unterbringung in einem vom Primärverbraucher physisch abgetrennten Gehäuse, Verbindung zum Primärverbraucher über Kabel, Litze oder sonstige (feste oder abnehmbare) Verdrahtung; sowie
  • Ausgangsleistung laut Typenschild: maximal 250 Watt.
  • Für wen gilt die Regelung?
     
    Die Verordnung gilt für Hersteller und Importeure externen Netzteilen, deren Produkte innerhalb der EU verkauft („in Verkehr gebracht“) oder in Betrieb genommen werden sollen.
     

    Was bedeutet dies für die Hersteller und Importeure?
     
    Hersteller und Importeure müssen die Einhaltung der verbindlichen Leistungskriterien für das Inverkehrbringen der Produkte in die EU mit dem CE-Kennzeichen nachweisen. Die CE-Kennzeichnung gemäß der Ökodesign-Richtlinie Nr. 2005/32/EG ist gegebenenfalls zusätzlich zu bereits für die Produktgruppe geltenden CE-Richtlinien zu berücksichtigen.

    Tech Data kann als Distributor nicht beurteilen, ob die Leistungskriterien für das Inverkehrbringen der Produkte in die EU eingehalten werden. Der Hersteller muss gewährleisten, dass:
     
  • die bei den Durchführungsmaßnahmen festgelegten Ökodesign-Anforderungen bei der Produktentwicklung berücksichtigt wurden,
  • eine Konformitätsbewertung durchgeführt und technische Unterlagen erstellt wurden,
  • eine Konformitätserklärung ausgestellt und die CE-Kennzeichnung und eventuell weitere Informationen (z.B. Codes, Piktogramme) auf dem Produkt angebracht wurden und
  • die Unterlagen zur Konformitätsbewertung und der Konformitätserklärungen bis zehn Jahre nach Produktionsende aufbewahrt werden und auf Anforderung der zuständigen Marktüberwachungsbehörde vorgelegt werden können.
  • In Zukunft muss die technische Dokumentation des Netzteils die folgenden Werte, gemessen unter jeweils definierten Lastbedingungen, aufführen:
     
  • effektive Ausgangsstromstärke in mA (quadratischer Mittelwert);
  • effektive Ausgangsspannung in V;
  • Wirkausgangsleistung in W;
  • effektive Eingangsspannung in V;
  • effektive Eingangsleistung in W;
  • Oberschwingungsgehalt (THD);
  • Leistungsfaktor;
  • Aufgenommene Leistung in W;
  • Effizienz bei allen Lastbedingungen; sowie
  • durchschnittliche Effizienz.
  • Diese Werte müssen ausdrücklich nur dem Gerät beigelegt sein, und nicht etwa dem Kunden vor seinem Kaufentschluss zur Verfügung stehen.
     

    Wer ist zuständig?

    Die federführende Zuständigkeit für die rechtliche Umsetzung der Durchführungsmaßnahmen (Ökodesign-Verordnungen) wird innerhalb der Bundesregierung von Fall zu Fall festgelegt. Sie hängt davon ab, welchen Geschäftsbereich die betreffende
    Maßnahme schwerpunktmäßig berührt.